Bürgeriniative „Pro Jesberg“

„Nicht nur in Seigertshausen, Gudensberg und Waldeck sondern auch in der Gemeinde Jesberg werden Bürger gegen den Bau einer geplanten Hähnchenmastanlage aktiv. Am 28. Dez. 2017 um 19.30 Uhr werden Fachleute im Rahmen einer Informationsveranstaltung der neu gegründeten Bürgerinitiative ‚Pro Jesberg‘ in der Kellerwaldhalle umfassend zu den in Nordhessen um sich greifenden agrarindustriellen Bestrebungen und den bedrohlichen Auswirkungen für Jesberg Stellung nehmen. Wie auch in Seigertshausen geht es betroffenen Bürgern um ihre Gesundheit, ihre Lebensqualität, die Abwendung konzerngesteuerter Landwirtschaft sowie um das Wohl der Tiere und der Umwelt.“

2 Gedanken zu „Bürgeriniative „Pro Jesberg““

  1. Hallo liebe Mitstreiter,
    das Interesse der Bevölkerung an Eurer Info-Veranstaltung am 28.12 war sehr erfreulich.
    Bekannterweise waren die Beiträge von Dr. Schimmelpfennig und Martin Häusling wie immer sehr informativ und überzeugend. Auch der Beitrag der Bi Waldeck brachte wichtige Erkenntnisse. Sehr hilfreich waren die Besucherbeiträge des Milchbauer zur alternativen Landwirtschaft und die Info der Chemikerin zur Feinstaubbelastung.
    Die Aussagen des Bi Sprechers aus Waldeck, das er sich nicht sicher sei ob der Widerstand klappt, waren allerdings bei dieser öffentlichen Veranstaltung NICHT angebracht.
    Optimismus ist erforderlich!
    Aus dem Besuchereinwand „97 % der MRS- Keime sind aus der Humanmedizin und NUR ca. 3% aus der Tierhaltung“ zeigt das Beiträge / Aussagen sehr schnell angreifbar werden wenn sie nicht „wissenschaftlich“ belegbar sind. Aber ein sattelfester Referent wie Dr. Schimmelpfennig läßt sich auch davon nicht aus dem Konzept bringen. Wesentlich ist doch die Aussage das die Tierhaltung doppelt so viel Antibiotika wie die Humanmedizin benötigt.

    Den Bauherrn der Stallanlage sollte man auch mit so Argumenten wie „gesunder Menschenversand“, Moral, Ethik konfrontieren.

    Es gilt :
    Grundgesetz
    I. Die Grundrechte
    Artikel 2
    (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
    Artikel 14
    (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

    Tierschutzgesetz
    Erster Abschnitt
    Grundsatz
    § 1 
    Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

    Zweiter Abschnitt
    Tierhaltung
    § 2 
    Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
    1.muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

    2.darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
    3.muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

    Ob die Tiere in diesen Mastanlagen „verhaltensgerecht untergebracht“ sind und die Tiere sich „artgemäß bewegen“ können müsste erst noch bewiesen werden.

    Die Bevölkerung zu informieren ist euch sehr gut gelungen.

    Kraft, Ausdauer und Unterstützung für 2018
    wünscht Euch die BI-Chattengau

    Horst Sandmüller
    Der Vorstand

  2. Schwerin
    Das Verwaltungsgericht Schwerin hat den Bau einer Hähnchenmastanlage in Wattmannshagen bei Teterow (
    Kreis Rostock) gestoppt. Die Richter gaben einer Klage der Umweltorganisation BUND statt und hoben die erteilte Baugenehmigung auf. Im Ergebnis der mündlichen Verhandlung sei festgestellt worden, dass die Genehmigung gegen die Betreiberpflicht verstoße, „Anlagen so zu errichten und zu betreiben, dass schädliche Umwelteinwirkungen in Form von unzumutbaren Geruchsbelastungen ausgeschlossen sind“, hieß es zur Begründung. Die der Genehmigung durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg zugrunde gelegte Geruchsimmissionsprognose habe zwar nicht alle Emissionsquellen berücksichtigt, nach Ansicht der Richter aber belegt, dass Anwohner nicht hinnehmbaren Geruchsbelästigungen ausgesetzt sein würden. Gutachten zufolge könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Naturschutzgebiet „Nebeltal“ durch den Betrieb der großen Mastanlage beeinträchtigt wird.
    Um den Bau des Megastalls in der Nähe von Wohnhäusern und einem Altenpflegeheim wird seit dem Jahr 2011 gestritten. In dem Dorf bei Teterow sollten pro Jahr 1,5 Millionen Broiler gemästet werden. 2013 hatte ein gerichtliches Eilverfahren den Baubeginn verhindert. Nach einer nachgeholten Umweltverträglichkeitsprüfung war der Bau genehmigt worden. Der BUND aber reichte erneut Klage ein. „Der Fall der Broilermast- Anlage zeigt, dass Grenzen der Belastung erreicht werden“, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Die Entscheidung des Gerichtes sei deshalb eine gute Nachricht.
    Aktenzeichen: 7 A 92/16

Schreibe einen Kommentar